„Austausch und echte Großzügigkeit können schon viel bewirken.“ Dieser Satz fiel am Ende unseres Workshops und blieb hängen. Denn er drückt aus, worum es sowohl bei Corporate Influencing als auch bei Working Out Loud im Kern geht: um Vertrauen, Beziehungen, sichtbares Arbeiten – und die Bereitschaft, etwas von sich selbst zu zeigen.
Den Workshop „Innere Haltung, sichtbare Wirkung: Wie WOL-Prinzipien und Corporate Influencing ineinandergreifen“ durften wir im Rahmen des Corporate Influencer Day in Berlin durchführen. Wir haben gezeigt, wie das beziehungsorientierte Lernprogramm Working Out Loud (WOL) ein Corporate-Influencer-Programm gezielt vorbereiten und von innen heraus stärken kann.
Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: Was braucht es, damit Mitarbeitende mutig und authentisch sichtbar werden? Wie lassen sie sich dabei unterstützen, Teil einer Corporate-Influencer-Community zu werden? Und wie entsteht Content, der nicht beliebig wirkt, sondern glaubwürdig, gehaltvoll und nah an der eigenen Arbeitsrealität ist?
Corporate Influencing beginnt mit Community-Spirit
Ein Corporate-Influencer-Programm steht und fällt mit dem Community-Spirit dahinter.
Denn Sichtbarkeit entsteht nicht auf Knopfdruck. Sie braucht ein Umfeld, in dem Menschen sich sicher fühlen, ihre Gedanken zu teilen und sich mit ihrer Perspektive einzubringen.
Im KfH (Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation) hat dieser Prozess 2023 mit Working Out Loud begonnen. WOL ist ein strukturiertes Lernformat, in dem Menschen über mehrere Wochen an einem eigenen Ziel arbeiten, ihr Wissen teilen und Beziehungen aufbauen. Dies hat etwas in Bewegung gesetzt: Kolleginnen und Kollegen haben sich über Standorte und Berufsgruppen hinweg vernetzt – freiwillig, neugierig und mit echter Energie.
Aus diesen Begegnungen sind themenübergreifende und interdisziplinäre Netzwerke entstanden. Genau dort zeigt sich lebendige Zusammenarbeit: Menschen kommen miteinander ins Gespräch, teilen Erfahrungen, machen ihr Wissen sichtbar und entdecken Gemeinsamkeiten.
Aus Netzwerken werden Stimmen
In diesen gewachsenen Netzwerken wurden schließlich auch die Menschen gefunden, die heute Teil des Corporate-Influencer-Programms im KfH sind. Die KfHvoices sind Kolleginnen und Kollegen, die ihre Arbeit lieben, die Social Media als Möglichkeit sehen und die Lust haben, ihren Arbeitsalltag sichtbar zu machen.
Corporate Influencing ist dann glaubwürdig, wenn es aus der Arbeit selbst heraus entsteht. Wenn Mitarbeitende von dem erzählen, was sie erleben und dies fachlich einordnen. Wenn sie sich nicht nur in ihrer Rolle, sondern als Menschen zeigen.
So entsteht Positionierung, die trägt: nahbar, glaubwürdig und von innen heraus.
Sichtbarkeit braucht Vertrauen
Corporate Influencer geben und zeigen etwas von sich selbst. Sie teilen Gedanken, Einblicke und Erfahrungen, ohne genau zu wissen, wer sie sieht, was sie auslösen oder welches Feedback zurückkommt. Dieses großzügige Geben in einen offenen Raum braucht vor allem eines: Vertrauen in sich selbst.
Genau diesen Gedanken haben wir im Workshop erlebbar gemacht. Die Teilnehmenden wurden zu einer kleinen Geste der Freundlichkeit eingeladen: Wir baten sie, etwas Positives, Ermutigendes oder Inspirierendes auf eine Karte zu schreiben – aus ihrer eigenen Persönlichkeit, Haltung und Sicht auf die Dinge heraus. Das Besondere: Während des Schreibens wussten sie nicht, wer diese Großzügigkeitskarte erhalten würde. „Es tut gut, etwas zu schenken“, sagte eine Teilnehmerin, während die Karten eingesammelt wurden.


Kleine Übungen, große Wirkung
Es ist immer wieder beeindruckend, wie wirkungsvoll solche vermeintlich kleinen Übungen sein können. Sie machen erfahrbar, dass Sichtbarkeit keine großen Botschaften braucht, sondern oftmals einen ersten kleinen Schritt.
Auch die Übung zum WOL-Kernelement „Sichtbares Arbeiten“ hat das deutlich gemacht. Die Frage lautete: „Welche Idee hast du noch mit niemandem geteilt?“
Innerhalb von wenigen Minuten sind im Workshop-Raum aus unausgesprochenen Gedanken geteilte Ideen geworden. Ideen, die durch Rückfragen vielleicht sogar ein Stück gereift sind. Eine Teilnehmerin fasste es so zusammen: „Sharing is Caring. Gedanken können durch Teilen groß gemacht werden – oder zumindest für den Anfang realisiert werden.“


Von innen wachsen, nach außen wirken
An genau dieser Stelle greifen Working Out Loud und Corporate Influencing ineinander. WOL stärkt die innere Haltung: großzügig teilen, Beziehungen aufbauen, sichtbar arbeiten, mit- und voneinander lernen. Corporate Influencing macht diese Haltung nach außen sichtbar – durch Menschen, die aus ihrem Alltag heraus zeigen, wie Zusammenarbeit im Unternehmen tatsächlich gelebt wird.
Wenn Mitarbeitende erleben, dass ihre Perspektive wertvoll und in eine starke Community eingebettet ist, entsteht Mut zur Sichtbarkeit. Ihre Beiträge bleiben keine einzelnen Stimmen im Raum, sondern verbinden sich zu einem lebendigen Netzwerk, das zeigt, wofür ein Unternehmen wirklich steht.
Zum Abschluss unseres Workshops durften alle Teilnehmenden eine der beschriebenen Großzügigkeitskarten ziehen und sich von der Botschaft überraschen lassen – ein Moment, der sie mit einem Lächeln aus dem Raum gehen ließ.
