Alex ist Krankenpfleger auf Station 1 und beobachtet seit einer Weile, dass im Team vieles doppelt dokumentiert wird: Papier – Scan – pdf – Ausdruck – Akten. Er erkennt, mit geringen Veränderungen könnten etliche Arbeitsschritte wegfallen. Aber!
Alex hat auch beobachtet, das es oft grummelt, wenn Veränderungen vorgeschlagen werden; dass dann die Stimmung eisig wird. Er entscheidet sich, besser zu schweigen.
Zwei Monate später hilft Alex auf Station 2 aus, wo das Team ähnlich umständlich arbeitet. Etwas ist jedoch anders: Dort bringt er seine Idee nach nur drei Tagen ein. Zu tun hat dieses unterschiedliche Verhalten mit einem Phänomen, das man als „psychologische Sicherheit im Team“ bezeichnet.
Was genau führt dazu, dass sich Alex so unterschiedlich verhält?
Warum ist das so wichtig?
Folgende Typen von Zuständen in Teams klassifizierte die Soziologin und Organisationsforscherin:
Ein Team mit geringen Leistungsstandards und geringer psychologischer Sicherheit befindet sich hinsichtlich seiner Kultur und Dynamik in einem apathischen Zustand. Mitarbeitende sind körperlich anwesend – das war’s. Herz und Geist sind woanders.
Links oben: Komfort-Zone
Hier sind die Leistungsstandards gering bei einer hohen psychologischen Sicherheit. Dem Team geht es gut, es bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Rechst unten: Angst-Zone
Wie es der Name schon sagt, hier herrschen Angst und enormer Druck. Die Anforderungen sind hoch und Mitarbeitende haben Angst sich zu äußern. Diese Kombination führt zu einem immens hohen Fehlerrisiko. Organisationen mit solchen Teams tragen eine hohes Risiko des Stagnierens und können neue Entwicklungen schwer mitgehen. Im Krankenhauskontext sinkt in der Konsequenz die Patientensicherheit, wenn Mitarbeitende sich nicht trauen, Fehler zuzugeben.
Rechts oben: Lern-Zone
Bei hohen Leistungsstandards und hoher psychologischer Sicherheit erbringen Teams Bestleistungen, die Perfomance ist hoch UND die Freude an der Arbeit ist da. Entwicklung geschieht durch kontinuierliches Lernen. Das bedeutet, Vertrauen zueinander ist da, Verantwortung für die zu erzielenden Ergebnisse wird übernommen, Verletzlichkeit darf gezeigt werden. Diese Organisationen sind resilient in Veränderungsphasen und bringen Neues auf die Bahn.
